1995 fing die Zucht mit 11 von einem Züchter in Thüringen gekauften Eintagsküken an. Aus diesem Bestand mit weiteren Tieren im Tausch aus Erxleben, Hessisch Oldendorf, Woltershausen, Hassloch (Pfalz), auch mit Einkreuzung von Masthybriden hat sich der heutige Bestand entwickelt. Die Küken in jedem Jahr stammen meist von 3-4 Hähnen und 4-6 Hennen. Die Zusammenstellung der sehr kleinen Stämme (maximal 1,2) erfolgt so, dass die Abstammungen der späteren Küken exakt bekannt sind. Erfolgreiche Paarungen werden in den Folgejahren wiederholt. Eltern deren Nachzucht nicht befriedigt werden geschlachtet. Im Laufe der Zeit konnten mehrere v-Hähne und v-Hennen auf Vereins-, Kreis- und Landesebene vorgestellt werden. Auch Vereinsmeister- (5 mal in Folge), Kreismeister- und Landesmeistertitel haben die Kollektionen errungen. Entgegen dem Rassestandard ist das Ziel mit 8-9 Monaten bei Hähnen mindestens 10 kg und mit 6-7 Monaten mindestens 5 kg Lebendgewicht zu erreichen. Dies erfordert eine entsprechende Standhöhe, Schulterbreite und Fülle der Brustmuskulatur. Um das Ziel zu erreichen findet ein erster Selektionsschritt zum Zeitpunkt des Beringens statt. Tiere mit unterdurchschnittlichen täglichen Zunahmen erhalten keinen Jahresring. Alle späteren Selektionen erfolgen nach Form und Zeichnung. Die Stämme werden nach Abstammung und im Sinne von Ausgleichspaarungen hinsichtlich Form und Zeichnung zusammengestellt. Soweit die Vererbung aus den Vorjahren bekannt ist wird dies natürlich berücksichtigt. An der Zeichnung der Tiere gibt es natürlich keine Abstriche zum Standard. Die Reinheit und Schärfe der Zeichnung steht im Vordergrund. Das inzwischen geforderte 2. Rad ist bei allen Tieren mindestens im Ansatzvorhanden.

  Väter der Kücken 2007

Der Landesverband der Rassegeflügelzüchter Sachsen-Anhalt e.V. gibt für die "Heimatrasse" seines Verbandsgebietes, die CRÖLLWITZER PUTE folgende Beschreibung: Wie der Name vermuten lässt, ist die Cröllwitzer Pute, - die Trägerin des so attraktiven Farbenschlages der Truthühner, im gleichnamigen Ortsteil von Halle, oberhalb der Saale, erzüchtet worden. Die Wildputen, ursprünglich in Mittel- bis Nordamerika beheimatet, fanden nach der Entdeckung Amerikas den Weg nach Europa. Die ersten sollen um 1530 nach Deutschland gelangt sein. Sehr viele Frauen beschäftigten sich mit den Truthühnern. Das lag ganz einfach an der familiären Zuständigkeit der Damen dieser herrschaftlichen Häuser für Küche und Erziehung. Zielstrebig befasste sich der Herauszüchter Beek mit der Erzüchtung der „Cröllwitzer“. Veranlasst wurde er zu dieser Neuzüchtung, weil unsere deutschen Puten in allen Farben verhältnismäßig klein waren. Nur unter den Kupfer-Puten, die damals in der Umgebung von Camburg an der Saale gehalten wurden, fand man größere Tiere. Von ihnen nahm er die Hennen und setzte dazu einen belgischen Hahn. Die Nachkommen hatten eine ganz besondere Feinheit im Fleisch.

Die Cröllwitzer Pute gilt als eine alte und gefährdete Nutztierrasse, kulturelles Erbe und genetische Reserve. Es ist eine Landpute und gehört damit zu den leichten Farbschlägen.

  Mütter der Kücken 2007

aktualisiert am 31.8.08